Kontor 2020

Kontor / Einführung und erste Schritte mit shakehands Kontor

Wichtige buchhalterische Begriffe

Ein kleiner Abriss: 

 

Gewinnermittlungsart

Steuerrechtlich sind zwei verschiedene Arten der Gewinnermittlung zu unterscheiden: 

Betriebsvermögensvergleich (Bilanz und Erfolgsrechnung)

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Milchbüchli)

Sie wählen in der Schweiz oder im jeweiligen Kanton welche Art von Gewinnermittlung Sie benötigen. Auch die Statuten Ihres Unternehmens können u.Ü. die eine oder andere Art der Gewinnermittlung vorschlagen. 

Grundsätzlich gilt eine Buchhaltungspflicht und eine MwSt-Abrechnungspflicht ab einer Grenze von CHF 108'000 Bruttoumsatz.

Darunter muss nicht eine Buchhaltung geführt werden kann aber. Macht in der Regel aus beweisrechtlichen Sicht auch Sinn. 

Ab einem Umsatz von CHF 3-5 Millionen können beide Arten genutzt werden, darüber muss der Betriebsvermögensvergleich verwendet werden. 

 

Gewinnermittlung Betriebsvermögensvergleich (BV)

Es ergibt sich folgendes Gewinnermittlungsschema: 

Betriebsvermögen am Ende des Wirtschaftsjahres 02
– Betriebsvermögen am Ende des Wirtschaftsjahres 01 

= Vermögensänderung (Mehrung oder Minderung) 

+ Privatentnahmen in Wirtschaftsjahr 02
– Privateinlagen in Wirtschaftsjahr 02 

= Gewinn oder Verlust

 

Gewinnermittlung Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜ)

Betriebseinnahmen (alle Güter, die dem Betrieb in Geld oder Geldeswert zufliessen)
 – Betriebsausgaben (alle Aufwendungen, die durch den Betrieb verursacht worden sind)
 = Gewinn oder Verlust

Der Vorteil bei EÜ-Rechnugn ist, dass keine Bestände Ende und Anfangsjahr ermittelt werden müssen. Der Aufwand der Führung der Bücher wird viel einfacher. Erst am Ende der Geschäftstätigkeit muss eine Schlussbilanz gemacht werden. 

 

Versteuerungsart

 

Soll-Versteuerung (vereinbart)

Grundsätzlich entsteht die Umsatzsteuerschuld gegenüber der ESTV mit Datum der Lieferung oder Leistung. Mit dem Ausführen der Lieferung oder Leistung gegenüber einem Kunden wird die Umsatzsteuer fällig und muss mit Ablauf des aktuellen Quartals oder Halbjahres an die ESTV abgeführt werden. Dies bedeutet unter Umständen, dass Sie die Umsatzsteuer aus Ihren Kundenforderungen lange vor Zahlungseingang des Kunden bezahlen müssen. Analog dazu können Sie allerdings auch bei Eingangsrechnungen die ausgewiesene Vorsteuer sofort und zu Ihrem Vorteil gegenüber der ESTV geltend machen. Die Soll-Versteuerung ist der buchungstechnische Standardfall beim Betriebsvermögensvergleich. 

 

Ist-Versteuerung

Im Gegensatz dazu kann Ihnen die ESTV auf Antrag die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten, auch Ist-Versteuerung genannt, gestatten. Dies bedeutet, dass die in den Kundenrechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang fällig ist und erst dann in der MwSt-Abrechnung auszuloben sind. Dies betrifft nur die Entgelte Ihrer Kundenrechnungen, und die Vorsteuerbeträge aus Eingangsrechnungen. Die Ist-Versteuerung ist buchungstechnisch bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Milchbüchli) der Standardfall. Sie entspricht eher dem "Geldflussprinzip" dieser Gewinnermittlungsart.

 

Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist der Zeitraum, für den Sie das Ergebnis Ihrer geschäftlichen Tätigkeit in einem Jahresabschluss zusammenfassen. In der Regel fällt das Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammen. 

In shakehands Kontor können Sie zwischen Geschäftsjahren wechseln, d. h. Sie können beispielsweise ein Upgrade Ihrer Installation auf die aktuelle Version von shakehands Kontor durchführen und trotzdem weiterhin auch die Daten zu früheren Geschäftsjahren bearbeiten.

Ein abweichendes Geschäftsjahr weicht immer vom Kalenderjahr ab. Es wird oft gewählt, um beispielsweise saisontypische Entwicklungen bilanziell besser erfassen zu können. Oder wenn Ihr Unternehmen am 1. April bis 31.März wirtschaftet. 

Achtung: Überjährige oder unterjährige Perioden sind auf die erste vollständige 12 Monate umfassende Abschlussperiode zu synchronisieren. 

 

Konto

Durch Konten werden alle Geschäftsfälle sowohl sachlich als auch zeitlich geordnet. Man kann sich ein Konto als eine Art Kategorie vorstellen, mit der Sie sich einen besseren Überblick darüber verschaffen können, in welchen Bereichen Sie wieviel Geld ausgeben oder einnehmen. 

Das Erfassen einzelner Geschäftsfälle z. B. Einnahmen oder Ausgaben auf einem Konto nennt man Buchen. An einer Buchung sind immer mindestens zwei Konten beteiligt: Zum einen das Konto, von dem Geld abfliesst, und zum anderen das Konto, auf welches das Geld hinfliesst. Wenn Sie beispielsweise einen neuen Bürostuhl kaufen, fliesst das Geld von Ihrem Konto "Bank" auf das Konto "Büroeinrichtung".

 

Kontenrahmen und Kontenplan

Der Kontenrahmen ist eine Sammlung von verschiedenen Konten, die branchenspezifisch definiert wird. Das Ziel eines Kontenrahmens ist, die Buchhaltung möglichst einheitlich nach einem bestimmten Ordnungssystem und EDV-gerecht zu organisieren. 

Branchenspezifische Kontenrahmen gibt es von verschiedenen Organisationen. In der Schweiz sind vor allem die Standardkontenrahmen nKMU, KMU nach neuem Rechnungslegungsrecht, Käfer und NRM bekannt.  Kontenrahmen sind zumeist nach einem Zehnersystem aufgebaut, beinhalten also 10 verschiedene Kontenklassen. Es gibt aber keine gesetztliche Vorschrift einen dieser Vorlagen zu nutzen, d.h. Sie können auch einen ganz eigenen Kontenplan aufbauen.

Der Kontenplan wird in der Regel von einem gängigen Kontenrahmen abgeleitet. Er berücksichtigt die Besonderheiten des einzelnen Unternehmens und enthält nur diejenigen Konten, die wirklich benötigt werden bzw. eventuell noch zusätzliche Konten.